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Abschlußbericht Manuel Rauh
Mitte März 2010. Mein Zivildienst war beendet und 4 Tage
später setzte ich mich ins Flugzeug nach Mombasa. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich
noch keine Ahnung auf was für ein Abenteuer ich mich eingelassen hatte und wie
ich die nächsten drei Monate ohne Familie und Freunde verbringen werde. Doch
diese Unwissenheit beunruhigte mich keineswegs. Ich war einfach nur gespannt
auf das Leben weit weg von zuhause und war voller Vorfreude. Zudem hatte ich
nur gutes vom Waisenhaus Saidia kwa Moyo gehört.
Als ich aus dem Flugzeug stieg bekam ich erstmal einen Schock- Hitze!
Petra und
Helmut holten mich mit dem Bus vom Flughafen ab und wir machten uns auf den Weg
Richtung Waisenhaus. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Meine Blicke
schwungen von Links nach Rechts. Mir wurde schnell bewusst, das dies eine
völlig andere Welt dort ist. Ich war in Afrika!
Im Waisenhaus angekommen, wurde ich von allen sehr freundlich begrüßt auch wenn
bei den Kindern noch leichte Verunsicherung herrschte. Man zeigte mir das
Gelände und anschließend mein Zimmer.
In den ersten Tagen war alles noch sehr fremd und neu, doch schon nach kurzer
Zeit hatte ich mich in das Leben in Kenia eingelebt und Kontakt zu den Kindern
fand ich sehr schnell.
Wenn ich nun versuchen würde Tag für Tag zu rekonstruieren würde ich glaub ich
ein Buch mit etwa 300 Seiten schreiben.
Bis heute fällt es mir nicht leicht jemand anderem zu vermitteln was ich in den
knapp 3 Monaten erlebt habe. Ich habe so viele nachhaltige Eindrücke und
Erfahrungen gesammelt und kann nur vorab schon einmal sagen, dass es wohl mit
die beste Entscheidung in meinem Leben war, nach Kenia zu kommen. Ich bin
unendlich dankbar dafür, dass Petra und Helmut mir dies ermöglicht haben.
Während dieser Zeit habe ich so viele nette Leute kennengelernt und die Kinder
sind wirklich der Hammer :) Wir haben so viel zusammen gelacht und jede Menge
Spaß gehabt. Ob wir nun zum Strand gingen und Leon und Baraka von Kopf bis Fuß
mit weißem Sand gepudert waren, ob wir bei strömenden Regen einen Spatziergang
machten und Kelvin in eine riesen Pfütze fiel oder, ob Willi und Brian grinsend
mit zwei Tauben, die sie grad gefangen hatten, vor mit standen... es sind
Momente, die einfach hängen bleiben und wo ich heute noch drüber lachen muss
wenn ich dran denke.
Was ich besonders vermisse ist, dass jeden! Tag gesungen wurde - und die Kinder
können singen!! Besonders Santa und die anderen Mädels. Nach dem Abendessen,
wenn Besucher kamen oder auch einfach zwischendurch. Es war immer ein Zeichen
von Freude und Dankbarkeit. Es ist einfach faszinieren, das diese Kids,
die nun wirklich keine einfache Vergangenheit haben eine solche Lebensfreude an
den Tag legen. Sowas habe ich in Deutschland noch nie gesehen.
Für mich persönlich einer der schönsten Momente währen meines Aufenthalts, war
mein 20. Geburtstag. Diesen Geburtstag werde ich wohl nie vergessen. Es war
wirklich einen Tag an dem gefeiert wurde. Die Kinder freuten sich für mich als
wäre es ihr eigener Geburtstag. Die üblichen Geburtstasrituale nach dem
Abendessen nimmt man doch noch einmal ganz anders wahr wenn man selber vorne
steht. Die Kinder sangen, tanzten und überreichten mir den Geburtstagskuchen.
Besonders berührt hat mich, dass Tuma, zu der ich ein sehr sehr gutes
Verhältnis hatte, mir eine kleine Taschenlampe schenkte :) Von ihrem bisschen Geld
kaufte sie mir ein Geschenk! ich habe mich super doll darüber gefreut und sie
liegt heute noch bei mir auf dem Schreibtisch. Es geht halt nicht immer nur um
den materiellen Wert!
Auch dies hat mich die Reise gelehrt, oft sind es die kleinen
Dinge im Leben die ganz besonders und nachhaltig sind!
Ich möchte nocheinmal allen für diese tolle Zeit danken und ich habe den
Kindern versprochen sie im nächsten Jahr wieder zu besuchen und das Versprechen
werde ich halten.
Liebe Grüße
Manu

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