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Endbericht Mia Tumay

Mein Aufendhalt im Saidia kwa Moyo

Den Zeitpunkt zu definieren, wann sich mein Traum von
Afrika entwickelte, fällt mir heute sehr
schwer. Ich weiss nur, dass mich die Bilder die man von der Armut in Afrika
hat, schon relativ früh beschäftigten. Mit etwa 11 Jahren hat mich mein Papi in
der Kulturecke der Kinderbibliothek wieder gefunden, mit einem Buch, das von
einem Jungen aus dem Busch Afrikas handelte. Von da an entwickelte sich eine
Vision, die sich später verdeutlichte. Mit der Ausbildung zur Fachfrau
Kinderbetreuung wurde für mich immer wie klarer, dass ich etwas in dieser
Richtung fern ab von dem, was ich gewohnt war machen will. Durch Kontakte zu
afrikanischen Menschen begann irgendwann auch die Faszination für die Kultur.

So wartete ich den passenden Zeitpunkt für einen
Aufenthalt ab und bekam nur durch Zufall (danke Kaka für deine Fehlplanung ;) )
einen Platz im Projekt. Also machte ich mich am 16.9.2010 auf den Weg. Herzlich
empfangen von Helmut, David, Franzi und Yvonne fuhren wir in Richtung neues
Zuhause für die nächsten 3 Monate. Ich wurde im Privathouse herzlich von den
restlichen Volontären und Petra empfangen. Ja, die erste Nacht war hart -ein
ungutes Gefühl, zu wissen Wen und Was man alles hinter sich gelassen hat und
der Ausblick: unbekannt.

Am nächsten Morgen ging’s auf ins Heim. Ich wurde von
allen herzlich begrüsst und meine ersten Eindrücke waren sehr positiv. Wie die
Kinder trotz ihrer Vergangenheit strahlen können und aufgeschlossen sind,
beeindruckt mich noch heute. Nach wenigen Stunden vernimmt man schon die
familiäre Atmosphäre und fühlt sich angenommen, was ich vielleicht auch Helmut
zu verdanken hab, der mich gleich mit Mama Mia betitelte. Eine gewisse Portion
Neugierde erleichterte das gegenseitige Kennenlernen. Ich fand es enorm
spannend wie die verschiedenen Charakteren der Kids zusammenspielen, obwohl ich
anfangs echt Mühe hatte sie zu unterscheiden. Durch die Hilfe von Franzi,
Sabine, Yvonne und Anja fand ich mich ganz schnell zurecht und ehe ich mich
versah, war ich schon mitten im Alltag. Nach kurzer Zeit übernahmen die
Volontäre den Kindergarten, was sich für mich, trotz meinem Beruf als grosse
Herausforderung herausstellte. Es kostete oft viel Nerven den richtigen Weg zu
suchen und zu finden, wie man was vermitteln kann, dass es auch ankommt. Der
Sprachbarriere sei Dank waren Tänze auf den Tischen und lautes Singen nur ein
feiner Beigeschmack des Unterrichts. Ein paar Wochen liess der Erfolg auf sich
warten und wir Volontäre diskutierten in dieser Zeit viel, welche Methoden auch
ohne gross Swaheli zu sprechen ziehen könnten. Nach einer Weile klappte es aber
super und die Kids wussten genau, wohin wir wollten. Das war sicherlich eine
super Erfahrung für mich, ich kann jetzt jedenfalls von mir behaupten, dass ich
mit Händen und Füssen kommunizieren kann :) Ich habe hier auch meinen
Geburtstag gefeiert, das Wiegefest zum 22. Mal war hier zwar ganz anders aber
ich hab mich super wohl gefühlt und das Heim hat also mehr als gerockt!
Schon morgens, als ich am Heim vorbei
ging, um in der Stadt was zu besorgen, kamen die Ersten angerannt und haben
gratuliert und gesungen. Es war eine super tolle Feier, wie auch so viele
andere Geburtstage, die ich hier miterleben durfte. Ich hab die Zeit im Heim
genossen, jeden Tag gab es irgend eine kleine und manchmal auch kurze Begegnung
mit irgend jemandem, wo ich merkte, dass ich hier am richtigen Ort zur
richtigen Zeit bin. Wie zum Beispiel die Begegnung mit Robin, er war ja ganz
neu, als ich kam und obwohl er mich generell nicht verstand, konnten wir eine
für mich ganz besondere Freundschaft entwickeln. Ich durfte tag täglich spüren,
dass er sich echt freut, wenn ich da bin. Ein Highlight war natürlich auch
Barakas Phantasie, Halleluja ist die mit ihm durchgegangen. Irgendwann hat er
beschlossen mit mir in die Schweiz zu reisen, bevor wir uns hier in jedem guten
Hotel den Bauch voll geschlagen haben. Als ich dann mal abends zu ihm meinte,
ja halt dich bereit, diese Nacht gehts los, hat er Schiss bekommen und meinte
nur so: das ist eine Lüge! Ein paar Wochen später begann er seine Koffer zu
packen und die Mamas packten wieder alles aus, Baraka wieder alles ein. Es half
nur noch eine selbst entworfene Meldung aus der Schweiz: es hat zu viel Schnee
und alle Flüge von Kenia nach Zürich sind gestrichen. Das Leben im Heim ist
jeden Tag anders und es hat Platz für spontane Aktionen, was mir sehr
entsprach. Ganz im Gegensatz zu dem Essensplan. Ich wars gewohnt vielleicht
alle 2 oder 3 Wochen das Selbe zu essen und hier gibts mehrmals in der Woche
Sima mit Grünzeug. Das hat mir manchmal echt Mühe gemacht und bei jedem Bissen
hatte ich das Gefühl, dass nichts mehr geht. Dummerweise war auch das
Hauptthema unter den Volontären, was es doch alles schönes zum Essen gibt. Wir
haben aber viel gekocht an den freien Tagen, was auch immer cool war und so war
das nächste Mal Sima nicht ganz so schlimm.

Auch sonst habe ich viele Eindrücke gesammelt, die
Ausflüge nach Watamu, Malindi oder Mombasa gaben mir einen Einblick in das
Leben Afrikas. Ein weiterer Höhepunkt war natürlich auch die Safari, die ich
nie vergessen werde. Die Weite des Parks, die vielen Tiere und das Schlafen im
Zeltcamp fand ich der Hammer!

Ich bin dankbar für die 3 Monate, die ich hier
verbringen durfte. Ich habe viel für mich gelernt, werde vieles mitnehmen und
in guter Erinnerung behalten. Danke an das ganze Team, Petra und Helmut, die
Kids vom Saidia Kwa Moyo und natürlich an meine Mitvolontäre!

Alles Liebe Mia

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